Gebrauchtwagenpreise 2026: Entwicklung und Prognose für Händler

Wie sich Gebrauchtwagenpreise 2026 entwickeln: Trends nach Segment, Antrieb und Alter – und was das für Einkauf und Standzeit von Händlern bedeutet.

· 6 Min. Lesezeit

Die Gebrauchtwagenpreise in Deutschland bewegen sich 2026 seitwärts mit leichten Rückgängen bei Verbrennern und steigenden Werten bei gebrauchten Elektroautos. Laut DAT-Report 2026 zahlten Käufer 2025 im Schnitt 18 310 € für einen Gebrauchtwagen, rund 1,6 % weniger als im Vorjahr. Seit Herbst 2025 haben dreijährige Diesel und Benziner an Restwert verloren, Elektroautos dagegen gewonnen.

Wie sind die Gebrauchtwagenpreise momentan?

Die Gebrauchtwagenpreise liegen 2026 auf hohem Niveau, aber ohne den starken Anstieg der Jahre nach 2020. Der Markt ist stabil: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2025 in Deutschland 6 512 427 Pkw umgeschrieben, 0,5 % mehr als im Vorjahr.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

Kennzahl Wert Quelle
Durchschnittlich bezahlter Gebrauchtwagenpreis 2025 18 310 € (−1,6 %) DAT-Report 2026
Pkw-Besitzumschreibungen 2025 6 512 427 (+0,5 %) KBA
Anteil Kauf beim freien Handel / Markenhandel 38 % / 36 % DAT-Report 2026
Anteil E-Autos an Besitzumschreibungen, August 2026 5,3 % (Vorjahr 3,9 %) DAT

Ein Durchschnittspreis sagt allerdings wenig über Ihr Segment. Entscheidend ist, wie sich Preise nach Antrieb und Alter entwickeln.

Preisentwicklung nach Antrieb: Verbrenner unter Druck, E-Autos im Aufwind

Bei der Preisentwicklung 2026 trennen sich die Antriebe: Gebrauchte Elektroautos gewinnen an Wert, Diesel und Benziner verlieren leicht. Die DAT meldete für dreijährige Fahrzeuge folgende Restwerte (Händlerverkaufspreis in % des Listenneupreises):

Antrieb November 2025 August 2026 Veränderung
Benziner 62,6 % 59,4 % −3,2 Prozentpunkte
Diesel 61,2 % 58,0 % −3,2 Prozentpunkte
Elektroauto 48,4 % 51,5 % +3,1 Prozentpunkte

Als Treiber nennt die DAT unter anderem hohe Kraftstoffpreise, die die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos steigen ließen. Trotz der Erholung liegen E-Autos beim Restwert weiter deutlich unter Verbrennern – der Abstand ist aber in wenigen Monaten um gut sechs Prozentpunkte geschrumpft.

Auch bei der Standzeit zeigt sich die Verschiebung. Laut DAT standen Fahrzeuge im August 2026 im Schnitt: Elektroautos 74 Tage, Benziner 84 Tage, Diesel 92 Tage.

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Wie entwickeln sich gebrauchte E-Autos im Vergleich zu Verbrennern?

Gebrauchte Elektroautos sind 2026 gefragter als in den Vorjahren, haben aber weiterhin eine steilere Wertkurve als Verbrenner. Eigene Marktdaten zeigen das Verhältnis konkret. Laut den Inseraten, die MyCarDealer im Oktober 2026 in Deutschland ausgewertet hat:

Fahrzeug Inserate Median-Preis Median-km
VW ID.3, Baujahr 2023 61 26 448 € 38 990 km
VW Golf Benziner, Baujahr 2023 194 21 000 € 43 284 km
Tesla Model 3, Baujahr 2022–2023 163 29 480 € 63 700 km
Tesla Model 3, Baujahr 2020–2021 78 24 000 € 96 500 km

Der ID.3 von 2023 wird im Median rund 5 400 € teurer angeboten als ein Golf-Benziner gleichen Jahrgangs mit ähnlicher Laufleistung – bei allerdings auch deutlich höherem Neupreis. Beim Model 3 liegt zwischen den Jahrgängen 2020–2021 und 2022–2023 ein Abstand von rund 18 %.

Für Händler heißt das: Bei E-Autos lohnt sich ein genauer Blick auf Batteriezustand und Ausstattung, weil sie den Preis stärker streuen als bei Verbrennern. Hinweise zur Prüfung finden Sie in SoH Wert Batterie: So prüfen Händler gebrauchte E-Autos, zum Ankauf in E-Auto gebraucht: Ankauf und Verkauf für Autohändler.

Welche Segmente gerade am stärksten an Wert verlieren

Am stärksten unter Druck stehen 2026 junge Diesel und Benziner, deren Restwerte seit Herbst 2025 um jeweils gut drei Prozentpunkte gefallen sind, sowie Fahrzeuge mit langer Standzeit. Diesel stehen laut DAT im Schnitt am längsten auf dem Hof.

Weitere Faktoren, die Segmente belasten:

  • Großes Angebot junger Rückläufer: Kurze Leasingverträge bringen viele zwei- bis dreijährige Fahrzeuge zurück auf den Markt. Mehr dazu in Leasingrückläufer kaufen: So kaufen Händler clever ein.
  • Hohe Laufleistung: Ehemalige Dienstwagen mit über 100 000 km nach drei Jahren verlieren schneller.
  • Neuwagenrabatte: Hohe Nachlässe auf Neuwagen setzen junge Gebrauchte unter Druck.

E-Auto-Förderung 2026: Was sie für Gebrauchtwagenpreise bedeutet

Die E-Auto-Förderung 2026 gilt nur für neue Fahrzeuge und kann deshalb indirekt auf die Preise junger gebrauchter Elektroautos drücken. Das Programm fördert Privatpersonen mit Einkommensgrenzen beim Kauf oder Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender mit 1 500 bis 6 000 €. Anträge laufen über das Portal des BAFA, rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026.

Für Händler bedeutet das:

  • Ein ein- bis zweijähriges Elektroauto konkurriert mit einem geförderten Neuwagen. Der Abstand zum Neupreis abzüglich Förderung muss stimmen.
  • Ältere, günstigere E-Autos sind weniger betroffen, weil ihre Käufer selten einen Neuwagen in Betracht ziehen.
  • Leasingrückläufer geförderter Fahrzeuge kommen erst in einigen Jahren zurück – dann mit möglicherweise größerem Angebot.

Prognose: Steigen oder fallen die Gebrauchtwagenpreise 2026?

Für den Rest von 2026 spricht mehr für stabile bis leicht fallende Preise bei Verbrennern und für eine weitere Erholung bei gebrauchten Elektroautos, solange die Kraftstoffpreise hoch bleiben. Eine verlässliche Prozentprognose gibt es nicht; dafür hängen die Preise zu stark an Faktoren, die sich kurzfristig ändern:

Faktor Wirkung auf Gebrauchtwagenpreise
Hohe Kraftstoffpreise Höhere Nachfrage nach E-Autos, Druck auf Verbrenner mit hohem Verbrauch
Neuwagenrabatte Druck auf junge Gebrauchte
Angebot an Leasingrückläufern Mehr Auswahl, tendenziell niedrigere Preise junger Fahrzeuge
E-Auto-Förderung für Neuwagen Druck auf sehr junge gebrauchte E-Autos
Zinsen und Finanzierung Höhere Zinsen dämpfen die Nachfrage

Statt auf eine Prognose zu setzen, sollten Händler die Preise im eigenen Bestand laufend gegen den Markt prüfen. MyCarDealer aktualisiert den Marktpreis aus aktuellen Inseraten im eigenen Land und zeigt, wo ein Fahrzeug im Vergleich steht – beim Einkauf genauso wie bei der Preisanpassung im Bestand. Ein Fahrzeug können Sie kostenlos bewerten lassen.

Was das für Einkauf und Standzeit bedeutet

Sinkende Restwerte bedeuten für Händler vor allem eines: Jeder Tag Standzeit kostet mehr als in einem steigenden Markt. Wer ein Fahrzeug bei fallenden Preisen zu lange hält, verliert zweimal – durch Kapitalbindung und durch Wertverlust.

Praktische Konsequenzen:

  1. Einkaufspreise am heutigen Markt ausrichten, nicht an Werten von vor drei Monaten.
  2. Bei Dieseln vorsichtiger kalkulieren: längere Standzeit und sinkende Restwerte einplanen.
  3. E-Autos nicht pauschal meiden: Die Nachfrage ist gestiegen, die Standzeit laut DAT kürzer als bei Verbrennern.
  4. Preise im Bestand regelmäßig prüfen, spätestens nach 30 bis 45 Tagen.

Wie Sie den passenden Verkaufspreis finden und ab wann sich eine Preissenkung lohnt, erklärt Gebrauchtwagen Preis ermitteln und Standzeit senken.

Häufige Fragen

Wie entwickeln sich die Gebrauchtwagenpreise 2026?

Insgesamt seitwärts mit leicht fallender Tendenz bei Verbrennern. Laut DAT sanken die Restwerte dreijähriger Benziner und Diesel zwischen November 2025 und August 2026 um jeweils gut drei Prozentpunkte, während Elektroautos um gut drei Punkte zulegten.

Wie hoch ist der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis?

Laut DAT-Report 2026 zahlten Käufer in Deutschland 2025 im Schnitt 18 310 € für einen Gebrauchtwagen, rund 1,6 % weniger als im Vorjahr. Angebotspreise in Inseraten liegen oft darüber, weil sie Verhandlungsspielraum enthalten und andere Altersgruppen abbilden.

Werden gebrauchte E-Autos teurer?

2026 ja: Laut DAT stieg der Restwert dreijähriger Elektroautos von 48,4 % des Listenneupreises im November 2025 auf 51,5 % im August 2026. Sie verlieren über die Jahre aber weiterhin mehr Wert als Verbrenner.

Wann ist der beste Zeitpunkt, Gebrauchtwagen einzukaufen?

Wenn das Angebot groß und die Nachfrage ruhiger ist – etwa bei vielen Leasingrückläufern auf dem Markt oder in Segmenten mit langer Standzeit. Entscheidend ist aber nicht der Kalender, sondern ein Einkaufspreis, der vom aktuellen Marktpreis abgeleitet ist.

Was ist ein guter Preis für einen Gebrauchtwagen?

Ein Preis nahe am Median vergleichbarer aktueller Angebote mit gleichem Motor, ähnlichem Baujahr und ähnlicher Laufleistung. Liegt ein Angebot weit darunter, sollten Sie Historie und Zustand besonders genau prüfen.

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