Rechnung mit Differenzbesteuerung: Muster & Pflichtangaben

Rechnung mit Differenzbesteuerung nach § 25a UStG: Muster, Pflichthinweis, kein Steuerausweis und Buchung in SKR03 – Vorlage für Autohändler.

· 6 Min. Lesezeit

Eine Rechnung mit Differenzbesteuerung enthält alle normalen Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG, aber keinen Steuerbetrag und keinen Steuersatz. Stattdessen muss nach § 14a Abs. 6 UStG der Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ auf der Rechnung stehen. Der Käufer sieht nur den Gesamtpreis. Die Umsatzsteuer auf Ihre Marge rechnen Sie intern heraus und buchen sie, ohne sie auszuweisen.

Welche Pflichtangaben braucht die Rechnung?

Eine differenzbesteuerte Rechnung braucht dieselben Angaben wie jede andere Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG, mit Ausnahme des Steuerausweises. Im Einzelnen:

  1. vollständiger Name und Anschrift von Ihnen und vom Käufer,
  2. Ihre Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
  3. Ausstellungsdatum,
  4. fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer,
  5. Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware, beim Auto also Marke, Modell, Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), Erstzulassung und Kilometerstand,
  6. Zeitpunkt der Lieferung (Übergabedatum),
  7. Entgelt, hier als Gesamtpreis,
  8. statt Steuersatz und Steuerbetrag: der Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“.

Die Rechnung muss nach § 14 Abs. 2 UStG innerhalb von sechs Monaten nach der Lieferung ausgestellt werden, wenn Sie an einen Unternehmer verkaufen. In der Praxis geben Sie sie bei Übergabe zusammen mit dem Kaufvertrag aus.

Welcher Hinweis muss auf die Rechnung?

Auf die Rechnung gehört wörtlich „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“. § 14a Abs. 6 UStG lässt für die Differenzbesteuerung nur drei Formulierungen zu: „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“, „Kunstgegenstände/Sonderregelung“ oder „Sammlungsstücke und Antiquitäten/Sonderregelung“. Für Autos ist die erste die richtige.

Viele Händler ergänzen freiwillig einen erklärenden Satz wie „Differenzbesteuerung nach § 25a UStG, die Umsatzsteuer wird nicht gesondert ausgewiesen“. Das ist zulässig und hilft Kunden, die den Hinweis nicht kennen, ersetzt aber nicht den gesetzlichen Wortlaut.

Für Autohändler

Die Marge kennen, bevor Sie kaufen

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Muster: Rechnung mit Differenzbesteuerung für einen Gebrauchtwagen

Als Beispiel ein Toyota Yaris Hybrid, Baujahr 2020. Zur Einordnung: Laut den Inseraten, die MyCarDealer im Oktober 2026 in Deutschland ausgewertet hat, lag der Median für Toyota Yaris der Baujahre 2019 bis 2021 bei 13.990 € (83 Inserate, Median-Laufleistung rund 59.000 km).

Autohaus Muster GmbH
Industriestraße 12, 12345 Musterstadt
Steuernummer: 123/456/78901

Herrn Max Käufer
Lindenweg 5, 54321 Beispielort

RECHNUNG Nr. 2026-0418
Rechnungsdatum: 08.10.2026
Lieferdatum / Übergabe: 08.10.2026

Pos. 1  Gebrauchtfahrzeug Toyota Yaris 1.5 Hybrid
        FIN: VNKKXXXXXXXXXXXXX
        Erstzulassung: 03/2020, Kilometerstand: 61.200 km
        Farbe: Weiß, 2 Schlüssel, Zulassungsbescheinigung Teil I und II

Gesamtpreis:                         13.490,00 EUR

Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung
(Differenzbesteuerung nach § 25a UStG – die Umsatzsteuer
wird nicht gesondert ausgewiesen.)

Zahlung: Überweisung am 06.10.2026 erhalten.
Bankverbindung: IBAN DE00 0000 0000 0000 0000 00

Was auf dieser Rechnung bewusst fehlt: „zzgl. 19 % MwSt.“, „inkl. MwSt.“ mit Betrag und jede Aufteilung in Netto und Steuer.

Warum die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen werden darf

Die Umsatzsteuer darf nicht ausgewiesen werden, weil § 14a Abs. 6 Satz 2 UStG die Vorschrift über den Steuerausweis für die Differenzbesteuerung ausdrücklich ausschließt. Hintergrund: Der Käufer soll keine Vorsteuer aus einem Betrag ziehen, der nur einen Bruchteil des Preises betrifft und den er nicht kennen soll. Ihr Einkaufspreis und damit Ihre Marge bleiben so Ihr Geschäftsgeheimnis.

Weisen Sie trotzdem Steuer aus, schulden Sie den ausgewiesenen Betrag zusätzlich. Die IHK weist darauf hin, dass der Händler dafür haftet, auch wenn der Käufer ein Unternehmer ist.

Im Beispiel rechnen Sie intern so: Einkauf von privat für 11.200 €, Verkauf für 13.490 €. Differenz 2.290 €, darin 365,63 € Umsatzsteuer, Bemessungsgrundlage 1.924,37 €. Auf der Rechnung steht davon nichts. Wie man die Marge sauber durchrechnet, zeigt das Rechenbeispiel zur Differenzbesteuerung.

Was gilt, wenn der Käufer Unternehmer ist?

Ein Unternehmer kann aus einer differenzbesteuerten Rechnung keine Vorsteuer ziehen. Möchte Ihr Kunde, etwa ein Handwerksbetrieb, die Vorsteuer, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie bleiben bei der Differenzbesteuerung. Der Kunde zahlt den Gesamtpreis ohne Vorsteuerabzug.
  • Sie verzichten nach § 25a Abs. 8 UStG für dieses eine Fahrzeug auf die Differenzbesteuerung. Dann stellen Sie eine normale Rechnung mit 19 % Umsatzsteuer auf den vollen Nettopreis aus, und der Kunde zieht die Vorsteuer.

Der Verzicht bedeutet für Sie, dass Sie 19 % auf den ganzen Preis abführen. Den Preis müssen Sie entsprechend kalkulieren. Wann sich das rechnet, zeigt der Artikel Differenzbesteuerung oder Regelbesteuerung.

Seit 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Für den Versand gelten Übergangsfristen: Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz B2B-Rechnungen als E-Rechnung ausstellen, ab 2028 alle. Verkaufen Sie an Firmenkunden, planen Sie das rechtzeitig mit Ihrer Software ein. An Privatkunden dürfen Sie weiter eine Papier- oder PDF-Rechnung ausstellen.

Eingangsrechnung mit Differenzbesteuerung

Kaufen Sie ein Auto bei einem anderen Händler, der differenzbesteuert verkauft, erhalten Sie eine Rechnung mit dem Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ und ohne Steuerausweis. Sie haben keinen Vorsteuerabzug, dürfen das Auto aber selbst wieder differenzbesteuert verkaufen. Der volle Rechnungsbetrag ist Ihr Einkaufspreis.

Prüfen Sie bei jeder Eingangsrechnung:

  • Steht der Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ drauf?
  • Ist ausnahmsweise doch Steuer ausgewiesen? Dann liegt keine Differenzbesteuerung vor, und Sie verkaufen regelbesteuert weiter.
  • Kommt die Rechnung aus dem EU-Ausland mit dem Vermerk einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung? Dann ist die Differenzbesteuerung ausgeschlossen (§ 25a Abs. 7 Nr. 1a UStG).

Differenzbesteuerung buchen in SKR03

Im SKR03 werden differenzbesteuerte Fahrzeuge üblicherweise über eigene Konten für Wareneingang und Erlöse gebucht. Ein Praxisbeispiel von Haufe nennt folgende Konten:

Vorgang SKR03 SKR04 Bezeichnung
Einkauf 3220 5220 Wareneingang, Einzeldifferenz
Erlös in Höhe des Einkaufspreises 8193 4138 Erlöse Differenzbesteuerung ohne USt
Erlös aus der Marge (netto) 8191 4136 Erlöse Differenzbesteuerung 19 % USt
Umsatzsteuer 1776 3806 Umsatzsteuer 19 %

Für das Yaris-Beispiel sähe das so aus:

Einkauf: 3220 Wareneingang 11.200,00 € an 1200 Bank 11.200,00 €

Verkauf: 1200 Bank 13.490,00 € an

  • 8193 Erlöse ohne USt 11.200,00 €
  • 8191 Erlöse 19 % USt 1.924,37 €
  • 1776 Umsatzsteuer 19 % 365,63 €

Nach § 25a Abs. 6 UStG müssen Verkaufspreis, Einkaufspreis und Bemessungsgrundlage für jedes Fahrzeug erkennbar sein. Wenden Sie daneben Regelbesteuerung an, führen Sie getrennte Aufzeichnungen. Die genaue Kontenzuordnung stimmen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater ab, denn je nach Kanzlei werden Automatik- und Sammelkonten unterschiedlich eingesetzt.

Die Marge schon vor dem Einkauf kennen

Die Rechnung ist der letzte Schritt. Ob sich das Fahrzeug gelohnt hat, entscheidet sich beim Einkauf. Wenn Sie schon vor dem Ankauf wissen, welcher Verkaufspreis realistisch ist und welche Steuer auf die Marge anfällt, gibt es bei der Buchung keine Überraschungen. MyCarDealer rechnet diese Nettomarge nach 19 % Differenzbesteuerung für jedes Fahrzeug aus, als kostenlose Bewertung auf der Startseite.

Häufige Fragen

Welcher Hinweis muss auf einer Rechnung mit Differenzbesteuerung stehen?

Für Gebrauchtwagen der Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ nach § 14a Abs. 6 UStG. Ein erklärender Zusatz zu § 25a UStG ist erlaubt, ersetzt den Wortlaut aber nicht.

Warum darf die Umsatzsteuer bei § 25a UStG nicht ausgewiesen werden?

Weil § 14a Abs. 6 UStG den gesonderten Steuerausweis bei der Differenzbesteuerung ausschließt. Weisen Sie trotzdem Steuer aus, schulden Sie den Betrag zusätzlich, und der Käufer darf ihn trotzdem nicht als Vorsteuer abziehen.

Wie bucht man einen differenzbesteuerten Gebrauchtwagen in SKR03?

Den Einkauf auf ein Wareneingangskonto für die Einzeldifferenz (z. B. 3220), den Verkauf aufgeteilt auf Erlöse ohne USt in Höhe des Einkaufspreises (8193), Erlöse mit 19 % USt für die Netto-Marge (8191) und die Umsatzsteuer (1776). Stimmen Sie die Konten mit Ihrem Steuerberater ab.

Was gilt, wenn der Käufer Unternehmer ist und Vorsteuer ziehen möchte?

Aus einer differenzbesteuerten Rechnung kann er keine Vorsteuer ziehen. Sie können aber nach § 25a Abs. 8 UStG für dieses Fahrzeug auf die Differenzbesteuerung verzichten und regulär mit 19 % auf den vollen Preis abrechnen.

Muss eine Rechnung mit Differenzbesteuerung eine E-Rechnung sein?

Gegenüber Privatkunden nicht. Bei Verkäufen an Unternehmen gelten die allgemeinen Regeln: Empfangen müssen Sie E-Rechnungen seit 2025, ausstellen müssen Sie sie ab 2027 bei mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz und ab 2028 generell.

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