Japan Import Auto: Kosten, Zoll und Zulassung in Deutschland
Japan Import Auto für Händler: Ablauf über japanische Auktionen, Zoll seit 2026, Einfuhrumsatzsteuer, Verschiffung, Einzelgenehmigung – mit Kostenbeispiel.
· 7 Min. Lesezeit
Ein Japan-Import-Auto kostet neben dem Kaufpreis die Verschiffung, die Einfuhrabgaben, Hafen- und Speditionskosten sowie Umrüstung und Einzelgenehmigung für die deutsche Zulassung. Seit dem 1. Februar 2026 ist der Zoll auf Pkw mit japanischem Ursprung nach dem Wirtschaftspartnerschaftsabkommen EU–Japan auf 0 % gesunken, sofern ein Ursprungsnachweis vorliegt. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % bleibt. Für Händler rechnet sich das meist nur bei Fahrzeugen, die es in Europa kaum gibt.
Warum Autos aus Japan interessant sind
Japan hat einen großen Gebrauchtwagenmarkt mit vergleichsweise jungen, oft gut gepflegten Fahrzeugen und niedrigen Laufleistungen. Interessant für den deutschen Markt sind vor allem drei Gruppen:
- Sportwagen und Youngtimer, die in Europa selten angeboten wurden oder hier sehr teuer gehandelt werden.
- Geländewagen und Pick-ups, deren Modellvarianten in Europa nicht verfügbar waren.
- Oldtimer ab 30 Jahren, die steuerlich begünstigt eingeführt werden können.
Für gängige Modelle, die es auch in Europa gibt, ist der Japan-Import meist keine gute Idee: Rechtslenker, abweichende Motoren und Ausstattungen sowie der Umrüstaufwand fressen den Preisvorteil auf.
Wie japanische Autoauktionen funktionieren
Der Großteil der Japan-Exporte läuft über Händlerauktionen, an denen ausländische Käufer nicht direkt teilnehmen. Sie arbeiten deshalb mit einem Exporteur oder Einkaufsagenten in Japan, der für Sie bietet, das Fahrzeug abholt, die Ausfuhr abwickelt und die Verschiffung organisiert.
Zentral ist das Auktionsblatt (Auction Sheet): Ein Prüfer der Auktion bewertet das Fahrzeug mit einer Gesamtnote, einer Note für den Innenraum und einer Skizze, die Kratzer, Dellen, Rost und Reparaturen markiert. Lassen Sie sich das Originalblatt geben und übersetzen – nicht nur die Zusammenfassung des Exporteurs.
Achten Sie auf:
- Unfall- und Reparaturkennzeichnung im Auktionsblatt.
- Rost am Unterboden, besonders bei Fahrzeugen aus nördlichen, schneereichen Regionen.
- Kilometerstand-Nachweis über Export- und Prüfdokumente.
- Gebührenstruktur des Exporteurs – Auktionsgebühr, Provision, Inlandstransport, Ausfuhrabwicklung.
Für Autohändler
Die Marge kennen, bevor Sie kaufen
MyCarDealer vergleicht jedes Fahrzeug aus Auktion oder Inserat mit dem Markt in Ihrem Land und zeigt die Nettomarge nach Steuer, Transport und Kosten – und das maximale Gebot.
Zugang anfragenZoll und Einfuhrumsatzsteuer beim Japan-Import
Für Pkw aus Drittländern gilt laut Zoll grundsätzlich ein Zollsatz von 10 % und eine Einfuhrumsatzsteuer von 19 %. Durch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan, das am 1. Februar 2019 in Kraft trat, wurde der Zoll auf japanische Pkw schrittweise abgebaut und liegt seit 1. Februar 2026 bei 0 %.
Voraussetzung für den Präferenzzoll ist der Nachweis des japanischen Ursprungs. Das übliche Dokument ist eine Erklärung zum Ursprung des Ausführers auf der Rechnung; die aus anderen Abkommen bekannte Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 wird im Handel mit Japan nicht verwendet. Ohne gültigen Ursprungsnachweis zahlen Sie die vollen 10 %. Klären Sie das mit Ihrem Exporteur, bevor Sie bieten – bei Gebrauchtfahrzeugen aus Auktionen ist das nicht selbstverständlich.
| Abgabe | Satz | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|
| Zoll ohne Ursprungsnachweis | 10 % | Zollwert (Kaufpreis plus Fracht und Versicherung bis zur EU-Grenze) |
| Zoll mit japanischem Präferenzursprung (seit 1.2.2026) | 0 % | – |
| Einfuhrumsatzsteuer | 19 % | Zollwert plus Zoll und Kosten bis zum ersten Bestimmungsort |
| Oldtimer ab 30 Jahren als Sammlungsstück | 0 % Zoll, 7 % Einfuhrumsatzsteuer | nur bei originalem, historisch korrektem Zustand |
Als Händler können Sie die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Wichtig für die Kalkulation: Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG setzt eine Lieferung im Gemeinschaftsgebiet voraus. Ein aus Japan eingeführtes Fahrzeug verkaufen Sie deshalb regelbesteuert mit 19 % auf den vollen Verkaufspreis. Eine Ausnahme ist die Option für selbst eingeführte Sammlungsstücke nach § 25a Abs. 2 UStG. Was das für Ihre Marge bedeutet, erklärt der Beitrag Differenzbesteuerung Nachteil: Wann Regelbesteuerung besser ist.
Verschiffung und Hafen
Japan-Importe kommen meist per RoRo-Schiff oder im Container in einem europäischen Hafen an, für Deutschland typischerweise Bremerhaven oder Hamburg. Die Laufzeit liegt bei mehreren Wochen. Rechnen Sie zusätzlich zur Seefracht mit:
- Seeversicherung,
- Hafen- und Umschlagsgebühren,
- Verzollung durch einen Spediteur,
- Transport vom Hafen zu Ihrem Betrieb.
Containertransport ist teurer, schützt aber besser und lässt sich mit mehreren Fahrzeugen teilen.
Umrüstung und Zulassung in Deutschland
Ein Fahrzeug aus Japan hat in der Regel kein europäisches CoC-Papier und braucht für die Zulassung eine Einzelgenehmigung nach § 21 StVZO. Das dafür nötige Gutachten erstellt ein technischer Dienst wie TÜV, DEKRA oder GTÜ. Der Prüfer kontrolliert, ob das Fahrzeug die deutschen Zulassungsvorschriften erfüllt.
Typische Anpassungen:
- Scheinwerfer für Rechtsverkehr,
- Nebelschlussleuchte auf der richtigen Seite,
- Tachometer mit km/h-Anzeige, falls nicht vorhanden,
- Abgas- und Geräuschnachweise, die für das Gutachten vorliegen müssen.
Die Lenkung muss nicht umgebaut werden: Rechtslenker sind in Deutschland zulassungsfähig. Für den Wiederverkauf sind sie trotzdem ein Nachteil, weil viele Käufer sie ablehnen – das gehört als Preisabschlag in die Kalkulation.
Kostenbeispiel: Mazda MX-5 aus Japan
Zur Einordnung: Laut den Inseraten, die MyCarDealer im Oktober 2026 in Deutschland ausgewertet hat, lag der Median für einen Mazda MX-5 der Baujahre 2016 bis 2020 bei rund 18.750 € (mittlere Laufleistung etwa 58.000 km, 62 Inserate). Ein Japan-Import mit Rechtslenkung erreicht diesen Wert im Verkauf nicht.
Beispielrechnung (alle Werte netto, Beispielwerte):
| Position | mit Ursprungsnachweis | ohne Ursprungsnachweis |
|---|---|---|
| Einkauf inkl. Auktions- und Exporteurgebühren | 9.500 € | 9.500 € |
| Seefracht und Versicherung bis Bremerhaven | 1.700 € | 1.700 € |
| Zoll | 0 € | 1.120 € |
| Hafen, Verzollung, Transport zum Betrieb | 400 € | 400 € |
| Umrüstung, Gutachten nach § 21 StVZO, Zulassung | 1.400 € | 1.400 € |
| Aufbereitung | 300 € | 300 € |
| Kosten gesamt | 13.300 € | 14.420 € |
Die Einfuhrumsatzsteuer taucht nicht auf, weil Sie sie als Vorsteuer zurückbekommen; sie bindet aber bis zur Erstattung Liquidität.
Verkaufen Sie den Rechtslenker für 17.000 € brutto, bleiben netto rund 14.286 €. Mit Ursprungsnachweis sind das knapp 1.000 € Marge vor Standkosten, ohne Ursprungsnachweis ein Verlust. Das Beispiel zeigt: Bei einem Modell, das es in Europa reichlich gibt, trägt der Japan-Import kaum. Bei seltenen Fahrzeugen sieht es anders aus – ein Toyota Land Cruiser der Baujahre 2015 bis 2020 erreichte in Deutschland zum Beispiel einen Median von rund 44.900 € (31 Inserate), und Sondermodelle sind dort kaum zu bekommen.
Japan-Import oder Einkauf in der EU?
Für die meisten Händler ist der Einkauf innerhalb der EU planbarer: kein Zoll, keine Einzelgenehmigung, Linkslenker, kürzere Wege und bei differenzbesteuerten Fahrzeugen die Möglichkeit, ebenfalls differenzbesteuert zu verkaufen. Den Ablauf beschreibt der Beitrag Import-Auto aus der EU: Gebrauchtwagen im Ausland einkaufen.
MyCarDealer bildet genau diesen Vergleich ab: Die Plattform findet Fahrzeuge in ganz Europa, zeigt den Marktpreis vergleichbarer Fahrzeuge in Deutschland und rechnet Transport und Steuer in die Nettomarge ein. Ob sich ein Japan-Import gegenüber einem europäischen Angebot lohnt, sehen Sie so in wenigen Minuten – testen können Sie das mit der kostenlosen Bewertung.
Häufige Fragen
Wie viel kostet es, ein Auto aus Japan zu importieren?
Zum Kaufpreis kommen Gebühren des Exporteurs, Seefracht und Versicherung, Hafen- und Verzollungskosten, gegebenenfalls Zoll, die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % sowie Umrüstung, Gutachten nach § 21 StVZO und Zulassung. Für Händler ist die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehbar, für Privatpersonen nicht.
Wie hoch sind Zoll und Einfuhrumsatzsteuer beim Japan-Import?
Ohne Ursprungsnachweis gilt für Pkw ein Zollsatz von 10 %. Mit Nachweis des japanischen Präferenzursprungs ist der Zoll seit 1. Februar 2026 auf 0 % gesunken. Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 % auf Zollwert, Zoll und Kosten bis zum Bestimmungsort; für Oldtimer ab 30 Jahren als Sammlungsstück gelten 0 % Zoll und 7 % Einfuhrumsatzsteuer.
Ist es möglich, ein Auto aus Japan nach Deutschland zu importieren?
Ja. Das Fahrzeug wird verzollt, technisch angepasst und über eine Einzelgenehmigung nach § 21 StVZO zugelassen. Das Gutachten erstellt ein technischer Dienst wie TÜV, DEKRA oder GTÜ. Rechtslenker müssen nicht umgebaut werden.
Welche Nachteile haben Japan-Importe?
Rechtslenkung, abweichende Motoren und Ausstattungen, schwierigere Ersatzteilversorgung bei Japan-only-Modellen und der Aufwand für Gutachten und Umrüstung. Außerdem können Händler Japan-Importe nicht differenzbesteuert verkaufen, was die Marge zusätzlich drückt.
Was ist bei einem Japan-Import zu beachten?
Lassen Sie sich das Original-Auktionsblatt geben, klären Sie den Ursprungsnachweis für den Präferenzzoll vor dem Kauf und prüfen Sie mit einem technischen Dienst, welche Umrüstungen für die Einzelgenehmigung nötig sind. Rechnen Sie den Verkaufspreis mit Abschlag für die Rechtslenkung.